Weihnachtskonzert des Gronauer Männerchores mit dem Posaunenchor der Erlöserkirche in der Stadtkirche

Am 4. Dezember fand das Weihnachtskonzert unseres Chores in der Stadtkirche statt. Gestaltet wurde es gemeinsam mit dem Posaunenchor der Erlöserkirche. Im folgenden lesen Sie einen Artikel, der am 5. Dezember 2016 in der gedruckten Ausgabe der Westfälischen Nachrichten und in der Online-Ausgabe unter dem Titel: „Posaunenchor der Erlöserkirche und Gronauer Männerchor in der Stadtkirche: Ein packendes Konzert“. 

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Foto: Martin Borck / Westfälische Nachrichten

Diffuse, geheimnisvolle Klänge durchwabern den Kirchenraum, zunächst fast unmerkbar. Die Besucher in der Stadtkirche bekommen kaum mit, dass das Konzert schon begonnen hat. Erst als die Schlagwerker beginnen, die Klänge zu forcieren und Peter van den Broek ans Dirigentenpult tritt, merken sie auf. Dann steigen die Bläser ein zum Stück „Abite with me“ von William Monk.

Einen gewagten Einstieg in den Konzertabend wählte der Ev. Posaunenchor der Erlöserkirche am Sonntag. Aber genau dadurch packte er das Publikum. Die Besucher waren nach diesem ungewöhnlichen Anfang für die kommenden fast zwei Stunden voll bei der Sache. Diesen Zeitraum gestalteten die Musiker nicht allein: Auch der Gronauer Männerchor unter Leitung von Dietmar Schultz war mit von der Partie. Der war für die Abteilung adventliches Liedgut zuständig. Darunter war ein breites Spektrum an vokalen Stücken versammelt, zu dem Winfried Kwiotek am Klavier begleitete. Vom „Tebe Poem“, das die Sänger mit russischer Seele präsentierten, über „Ich glaube“ von Udo Jürgens bis zu Max Regers spätromantischem „Mariä Wiegenlied“. Schon zum festen Weihnachtsprogramm des Chors gehören das swingende „Engel singen leise“ und ein schönes Medley „Christmas is comin’“, das zum Finger-Mitschnippen einlud.

Sehr schön erzeugten die Sänger die Atmosphäre eines winterlichen Tags in der Natur. Bei klirrender Kälte herrschen eigentümliche akustische Eigenschaften, weit entfernt erzeugte Töne werden weit getragen. Zum Beispiel das Glockengeläut aus der Ferne, dessen Klangcharakter die Sänger mit lang angezogenem Nachhall nachahmten: „Klinngg-klannngg“. Bis es erstirbt.

Gemeinsam sind Chor und Posaunenchor eine Macht, was sich unter anderem bei der Filmmusik zu „Exodus“ zeigte. Mit gutem Tempo und einer der Musik angemessenen Portion Pathos. Wobei auch hier die Perkussionsabteilung des Posaunenchors positiv auffiel. Glockenspiel, Pauken und Becken setzten Akzente.

Farbig, abwechslungsreich und gut geeignet, Bilder im Kopf zu erzeugen, war „La Storia“, eine der vielen Kompositionen von Jacob de Haan, die Dirigent Peter van den Broek im Laufe der Jahre mit dem Posaunenchor einstudiert hat. Diese Kompositionen fordern die Musiker, bringen aber auch das Beste aus dem Posaunenchor hervor.

Das letzte Stück, das van den Broek dirigierte, war allerdings kein de Haan, sondern „Elegy“ von George-Thomas Talben-Ball, zu dem Astrid Becker auf der Trompete ein ausdrucksstarkes Solo beisteuerte.

Es war tatsächlich das letzte Stück van den Broeks: Der musikalische Leiter des Posaunenchors gab nach 14 Jahren den Dirigentenstab in die Hände von André Sander, der schon bislang den Chor als zweiter Dirigent geleitet hatte.

Vorsitzende Ursula Sander-Stief dankte dem ausscheidenden van den Broek. 2002 hatten sich die Gronauer Musiker und er bei einem Workshop kennengelernt. Obwohl er eine weite Anreise hatte, nahm er die Aufgabe auf sich, den Chor zu leiten. Zunächst nur zweimal monatlich, doch später – nach seinem Umzug nach Gronau, wöchentlich. Ulla Sander-Stief erinnerte an zahlreiche Erfolge – von der Gründung der Bläserschule über die Zuerkennung des Kulturpreises der Stadt bis zu sehr guten Platzierungen bei Wettbewerben – zu denen van den Broek beigetragen habe. Der Dirigent seinerseits lobte die Disziplin der Musiker bei der Probenarbeit. Und er gab seinem Nachfolger André Sander viele Vorschusslorbeeren mit. Unter seinem Dirigat sehe er das Orchester in guten Händen. Eine herzliche Umarmung besiegelte die Übergabe.

André Sander stellte seine Kompetenz gleich unter Beweis. „O Magnum Mysterium“ geriet wunderbar. Das Spiel mit der diffizilen Dynamik der einzelnen Instrumentengruppen gelang ausgezeichnet. Mit „Coral of the Shepherds“ bearbeitete der Komponist Philip Sparke die Melodie eines Weihnachtsliedes, dessen Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Das Stück „When a child is born“ war dagegen schon fast zu poppig in dem anspruchsvollen Kontext des Konzerts. Mit dem gemeinsam von Posaunenchor und Sängern vorgetragenen Lied „Stille Nacht“ endete das Konzert – fast. Denn die Besucher wurden selbstverständlich aufgefordert „Oh du fröhliche mitzusingen“. Und mit der Reprise von „Exodus“ war dann wirklich Schluss – von dem Beifall der Besucher abgesehen.

Quelle: Westfälische Nachrichten

Weihnachtskonzert des Gronauer Männerchores mit dem Posaunenchor der Erlöserkirche in der Stadtkirche

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